Der Mann mit der Kamera
SU 1929
Regie: Dziga Vertov
67 Min.
Filmreihe Stummfilm-Revolutionen - Livebegleitung: Tilo Augsten, Professor für Improvisation an der HMT Leipzig
Dziga Vertov, Regisseur und Filmtheoretiker, hat eines der innovativsten Werke der Filmgeschichte geschaffen. Der Film folgt dem Mann mit der Kamera einen Tag durch eine Großstadt - von morgens bis abends sammelt er Impressionen aus dem Alltag der Menschen: Sport, Unterwegssein, Arbeit, Geburt, Hochzeit, Beerdigung. Wichtig ist dem Kameramann hier vor allem die graphische Form und wie sich die Bilder so aneinanderreihen lassen, dass Rhythmus und Rasanz entsteht. Zwischentitel sind unnötig.
Das Ergebnis ist einer der größten Avantgarde-Filme, der heute auf verschiedenen Filmlisten in den Top 10 geführt wird, damals aber typischerweise beim Publikum durchgefallen ist. Zu modern waren die Montage, die Perspektiven, die harten Kontraste, die Geschwindigkeit. Dazu sind noch die Filmleute selbst bei ihrer Arbeit zu sehen, beim Drehen und Schneiden und letztlich auch im Kino. Wir haben es mit einer Art Sinfonie der Großstadt zu tun, ein Titel, der vor allem mit Berlin und dem gleichnamigen Stummfilm verbunden ist. Hier dagegen werden verschiedene sowjetische Städte zur Utopie einer idealen Stadt kombiniert, gedreht wurde unter anderem in Odesa, in Kyiv, Charkiv und Moskau.
Filmreihe in Kooperation mit der Stadt Halle und den 18. Filmmusiktagen Sachsen-Anhalt.
Für diesen Film sind zur Zeit keine Vorführungen geplant.


