Film Still aus - Ingo Schulze liest aus „Simple Storys“ und „Neue Leben“
Szenenbild aus dem Film: Ingo Schulze liest aus „Simple Storys“ und „Neue Leben“ © germanistik.uni-halle

Ingo Schulze liest aus „Simple Storys“ und „Neue Leben“


120 Min.

Mit weiteren Gästen und anschließender Gesprächsrunde: „Die Kleinstadt zwischen Imagination und Realität“

Die Zeit der Kleinstadt scheint eine Zeit von Gestern oder gar Vorgestern zu sein. Angesichts der Ausbreitung und Anziehungskraft der Metropolen und der allumgreifenden Nivellierung des Stadt-Land-Gegensatzes scheinen kleine Städte zunehmend an Bedeutung zu verlieren. Dabei rufen die Vorstellungen der Kleinstadt zunächst einmal – im Guten wie im Schlechten – bekannte und vertraute Bilder auf. Tatsächlich aber sind die mit der Kleinstadt verbundenen individuellen und sozialen Lebensverhältnisse wesentlich vielgestaltiger, differenter und ambivalenter – sowohl in ihren gegenwärtigen Zuständen als auch in ihren historischen Entwicklungen. Dies zeigt auch die Literaturgeschichte. Die jeweiligen Kleinstadttexte sind so divers wie die jeweiligen Siedlungsräume, sozialen Erfahrungen und historischen Gegebenheiten – und spielen offensichtlich vor allem in Zeiten des (gefühlten und erlebten, wahrgenommenen und imaginierten) Umbruchs eine entscheidende Rolle. Ingo Schulze hat die Zeit der politischen und sozialen Wende in mehreren Texten literarisch verarbeitet und reflektiert. „Simple Storys. Ein Roman aus der ostdeutschen Provinz“ spielt im ostthüringischen Altenburg und schildert in 29 scheinbar einfachen Geschichten kleine humorvolle Alltagsbegebenheiten, die das Zusammenstürzen einer ganzen Welt und den dramatischen Bruch vieler ostdeutscher Biografien nach 1989 offenbaren. An diesen Umbruch knüpft auch der Roman „Neue Leben“ an. In Briefen an einen Jugendfreund, an seine Schwester und an eine unerreichbare Geliebte schildert Enrico Türmer, verhinderter Schriftsteller und angehender Zeitungsredakteur, sein Leben in der DDR und zur Zeit der Wende. Ingo Schulze ist einer der renommiertesten Gegenwartsautoren und vielfach ausgezeichnet für sein Werk. Im Anschluss an die Lesung spricht er mit Prof. Clemens Zimmermann (Geschichte, Saarbrücken), Prof. Alfrun Kliems (Literaturwissenschaft, Berlin) und Antonia Lahmé (Kulturstiftung des Bundes, Halle) über das Thema „Die Kleinstadt zwischen Imagination und Realität“. Moderation: Prof. Werner Nell (Halle). Die Veranstaltung ist Teil der wissenschaftlichen Tagung „Kleinstadtliteratur“ an der Martin-Luther-Universität. Weitere Infos unter: http://www.dorfatlas.uni-halle.de/index.php/termine

Für diesen Film sind zur Zeit keine Vorführungen geplant.


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