Film Still aus - Drzewa milczą - Silent Trees


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Trailer zum Film: Drzewa milczą - Silent Trees © filmPOLSKA

Drzewa milczą - Silent Trees

PL 2024
Regie: Agnieszka Zwiefka
85 Min.

Polnische Filmreihe: Migration

Runa ist sechzehn, trägt locker sitzende dunkle Klamotten, malt gern und steht auf Billie Eilish. Sie könnte ein ganz normales Mädchen sein, aber sie ist mit ihrer kurdischen Familie aus dem Irak vor dem IS über Belarus nach Polen geflüchtet. Nach 18 Tagen im Wald stirbt ihre Mutter und sie findet sich unversehens in der Rolle der Ersatzmutter wieder – ihr Vater ist mit den vier jüngeren Brüdern und dem Leben in einem völlig fremden Land heillos überfordert. Über einen langen Zeitraum beobachtet Agnieszka Zwiefka eine doppelte Metamorphose. Die Familie verlässt ihren Container an der belarusischen Grenze und versucht, sich einen Alltag mit Wohnung, Schule und Arbeit aufzubauen. Gleichzeitig wächst Runa langsam in ihre neue Rolle als Familienoberhaupt hinein, obwohl sie sich vermutlich lieber altersgemäß mit Comics, Freunden und Musik beschäftigen würde. Die dunklen Bäume des polnisch-belarusischen Urwalds ziehen sich als Leitmotiv durch die Geschichte. Hier drang das Dunkel in Runas Leben ein, hier änderte sich ihr Schicksal für immer. Meist schweigt sie über ihre Gefühle – diese drückt sie lieber in Zeichnungen aus, deren Ästhetik von eingestreuten Animationen aufgenommen und in fantastische Sequenzen übersetzt wird. [Rainer Mende]

Migration prägte und prägt die polnische Geschichte und Gegenwart, aber relativ neu ist der Blick auf Polen als Einwanderungsland. In der Filmreihe fangen wir die Vielfalt der Blickrichtungen des polnischen Kinos auf das Phänomen Migration ein. Wir präsentieren Spiel- und Dokumentarfilme aus den letzten 20 Jahren, die sich mit unterschiedlichen Facetten von Migration auseinandersetzen – mit Emigration, Immigration, Flucht und Arbeitsmigration. Warum verlassen Menschen ihr Land? Geht es um erzwungene Migration oder um eine freie Entscheidung? Wie erzählen Migrant:innen von ihren ersten Jahren in Polen? Und wie gelingt nach traumatischen Erfahrungen das Ankommen in einer neuen Gesellschaft? Wann ist man nicht mehr fremd? Vier Kinoabende regen an zum gemeinsamen Nachdenken über die Veränderung von Menschen und Gesellschaften durch und in der Migration. Eine Reihe mit dem Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien an der MLU.
Moderation: Sophie-Carolin Groß (Halle) Diskussion: Johanna Hiebl (Frankfurt (Oder)) & Rainer Mende (Leipzig)

Spielzeiten:

Juni

Mi 17.   18:00 Uhr

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